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Der Mensch  /  Essay von Agnus D.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

                       
 

 

Ist der Mensch die Krone der Schöpfung? Mit dieser Frage an ein interessiertes Publikum gerichtet, wird es dann da sehr unterschiedliche Meinungen geben. In einem aber werden wohl alle Befragten einer Meinung sein, nämlich dass man die Frage nicht so allgemein stellen kann. Denn viel zu groß sind ja die Unterschiede innerhalb der Menschheit, bzw. zwischen den einzelnen Menschen. Manche werden gar sagen, dass der Mensch nichts weiter als ein nackter Affe sei, der es bis heute nicht verstanden habe, sich und seine Existenz in den Griff zu bekommen. Geschweige denn mit sich und seinen Mitmenschen dauerhaft klar zu kommen. Unterschiedliche Sprachen, Sitten, Gebräuche, Rassen, Kulturen und Weltanschauungen sowie ein natürlicher Egoismus lassen sich da nicht reibungslos quasi unter einen Hut bringen. Zum zügellosen Individualegoismus kommt noch ein ebenso zügelloser Gruppen- und Gesellschaftsegoismus hinzu. Und so wundert es uns nicht, dass schon Jesus sagte, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher (bzw. Egoist) in den Himmel kommt, was aber auch für einen Armen gilt, der als gleichfalls notorischer Egoist nach Reichtum strebt. Stop, Halt! Jesus war doch ein Mensch. Und zwar einer der sich nun völlig von seiner Mitgesellschaft positiv abgehoben hatte. Muss man dann nicht angesichts dessen die Menschheit anders beurteilen, oder da wenigstens Grade des Menschseins aufstellen? Etwa wie beim Stammbaum der Evolution, mit den Mikroben ganz unten, sowie den Säugetieren bzw. dem Menschen ganz oben? Mit dieser Frage sind wir nun der Eingangsfrage bereits schon richtig nahe gekommen. Die Krone der Schöpfung ist ja die Krone der Evolution, indem sich eben die Schöpfung über die Evolution abwickelt. Aber solange Schöpfung und Evolution noch laufen, kann auch die Krone dessen nicht erreicht sein. Das sagt einem der Verstand, bzw. das verknüpfende Denken als Logik

Überall begegnet uns Evolution, im Kleinen wie im Großen. Ist denn Zeit Evolution, können wir uns nachdenklich geworden fragen? Und wir müssen gar nicht so überraschend die Frage mit klarem JA beantworten. Der Zeitfluss ist doch beständiges Werden und Vergehen von absolut allem, was in ihm befindlich von ihm erfasst wird. Evolution, zu Deutsch: Entwicklung, ist immer, solange die alles verändernde Zeit währt. Und nur wo keine Zeit ist, wo sich nichts verändert, da ist auch keine Entwicklung bzw. Evolution. Wäre nun in einer solchen Situation der Mensch Krone der Schöpfung, wenn also die Zeit einfach von sich aus stehen blieb? Er wäre es ganz sicher nicht, denn Evolution hat ja einem vorgegebenen Ziel zu folgen, das - wie könnte es anders sein - mit dem Menschen als Krone der Schöpfung endet. Beißt sich da nicht die Schlange in den Schwanz? Solange Evolution ist, kann die Krone der Schöpfung nicht erreicht sein, und solange die Zeit währt, kann das Evolutionsziel nicht erreicht sein. Was ist nun die Auflösung solcher offenbaren Paradoxie bzw. Widersprüchlichkeit? Wir kennen die Antwort bereits. Es ist jener Mensch, der bei sich selbst seine individuelle Evolution durchlaufen und zum krönenden Abschluss gebracht hat. Doch wirft das nun wieder eine Menge neuer Fragen auf. Angefangen damit: Was ist denn die individuelle Evolution, und wann hat sie denn ihren krönenden Abschluss? Es ist ganz sicher nicht die biologische Entwicklung des Menschen von Zeugung und Geburt bis hin zum Tod. Es ist auch nicht etwa eine persönliche, familiäre oder berufliche Karriere in was auch immer. Und dennoch ist die individuelle Evolution eine Form von Karriere, die direkt mit einem selbst zu tun hat, und sonst nichts weiterem. Wenn man so will, handelt es sich hierbei um eine Evolution von Geist und Seele.

Evolution von Geist und Seele? Kann es denn so was überhaupt geben? Haben wir denn Einfluss auf unseren Geist und unsere Seele? Nun, nicht direkt aber indirekt, und nicht kurzfristig sondern langfristig mit einem darauf gerichteten hochwirksamen Programm. Dass dieses Programm etwas Einzigartiges sein muss, das wird jedem sofort einleuchten. Und dass dieses Programm alle Dimensionen des Lebens zu übergreifen hat, das liegt quasi auf der Hand. Denn Geist und Seele sind ja spiritueller und damit nichtmaterieller Natur. Und gibt es nun ein solches Super-Programm? Jawohl, das gibt es ! Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine niedergeschriebene Anleitung, sondern um eine lebendige universale Person. Es ist Gott der HERR, welcher als Universum in Person deswegen an absolut jeder Stelle seines Universums vorhanden ist, und somit natürlich auch erst recht im Menschen. Als nächstes wäre da die Frage, wie man denn das in sich vorhandene Programm aktivieren kann. Die Antwort dazu hatte uns seinerzeit Jesus Christus gegeben. Sein Evangelium handelt von nichts anderem als der Aktivierung des Programms. Dann erst kann aus dem nackten Affen ein Mensch sowie dem Tod das Leben werden. Von daher und seitdem ist das Wort "Mensch" ein Qualitätsbegriff geworden. Das Ziel auf dem Weg zur Menschwerdung ist so die programmatisch darauf gerichtete Evolution von Geist und Seele. In dem Maße wie die Aktivierung Gottes im Lebenslauf voranschreitet, in dem Maße vollzieht sich auch die Anpassung von Geist und Seele an den HERRN. Ist der Prozess ungestört vorangekommen, ist die Selbst-Findung zum Greifen nahe. Sie stellt das erste Etappenziel auf dem Weg zu Gott dar, und markiert die Gewordenheit des Prädikats Mensch. Denn Selbst-Findung ist Gott-Findung, indem eben der HERR als universaler Geist und universale Seele in Person, in absolut allem des Alls gegenwärtig ist. Mit der Selbst- und Gottfindung hat mein sein Urbild verwirklicht, von welchem es heißt, dass der Mensch dessen Ebenbild sei. Mit der Ebenbildlichkeit Gottes hat sich ergo die Menschgewordenheit eingestellt.

Ist jetzt der so durch Selbst-Findung zum Mensch gewordene Mensch die Krone der Schöpfung? Mit der Krone bezeichnet man ja gemeinhin das Haupt einer Gesellschaft, wie z.B. den gekrönten König oder den gekürten Kaiser. Das gibt uns auch schon gleich den entscheidenden Hinweis auf die Krone, dass sie etwas ist, was nur auf ein Haupt gesetzt, und die damit nur von einer einzigen Person getragen werden kann. Also kann nur eine Person oder nur ein Mensch die Krone der Schöpfung sein? Korrekte Antwort: JA! Und wer kann, oder soll das sein? Nun, das kann nach der Logik nur diejenige Person sein, welche die Evolution von Geist und Seele bei sich selbst bis zum Letzten vollzogen, und dadurch die Aktivierung von Gott dem HERRN bis zur Vollendung abgeschlossen hat. Dann ist die Krone erreicht, und der betreffende Mensch ist universal unangefochten und auch bestätigt die Krone der Schöpfung. Welcher Schöpfung denn? Selbst-Schöpfung natürlich, was sonst? Was anderes wäre denn eine bei Null beginnende Aktivierung Gottes in einem selbst bis zum totalen Abschluss? Das ist sicherlich auch Schöpfung, aber was ist mit der Weltschöpfung? Das ist doch die Schöpfung, die vor allem besteht, und deren Teil wir alle sind! Völlig richtig! Doch ist vollendete Selbst-Schöpfung gleich vollendete Welt-Schöpfung! Um das zu verstehen muss man allerdings etwas quer denken. So bewirkt eben die vollständige Aktivierung Gottes in der menschlichen Person, dass der betreffende Mensch Gott den HERRN verkörpert, welcher wiederum seinerseits das Universum verkörpert. Dann kommt hinzu, dass das Sein gegenüber dem Nichts universale Totalsingularität ist, bzw. dann das Universum nichts anderes als seine Selbstschöpfung sein kann. Bei der Frage, wie sich denn bei Totalsingularität eine Selbstschöpfung gestaltet, so lautet die einzig mögliche Antwort: In sich selbst, aus sich selbst, mit sich selbst, für sich selbst und gegen sich selbst. Und wer oder was soll so was leisten? Eine dafür absolut geeignete Struktur! Wir kennen sie bereits! Es ist derjenige mit Geist und Seele ausgestattete nackte Affe, welcher für diese Superaufgabe unter allen seinen Artgenossen als der Qualifizierteste in Erscheinung trat.

Was ist denn im Hinblick auf ihn mit Jesus gewesen? War er nicht die Krone der Schöpfung? War er denn nicht der  qualifizierteste Mensch für die Selbst- und Welt-Schöpfung? Das war er mit Sicherheit. Doch war seine Aufgabe eine andere. Wir wissen von ihm, dass er vom universalen Vater einen zu erfüllenden Auftrag hatte, die den Vater direkt selbst betraf, im Rahmen seiner Selbst- und Weltschöpfung. Denn klar ist, dass wer die Selbst- und Weltschöpfung vollzieht, nicht nur HERR und Gott dessen ist, sondern damit zugleich auch der Vater allen Seins, wie auch der von Jesus. Mit seinem Selbstopfer ermöglichte Jesus dem Vater seine Selbst- und Welt-Schöpfung. Jetzt verstehen wir auch den Grund der einstigen Himmelfahrt Jesu für eine personale Instanz in der Transzendenz Gottes. Sie war und ist die unerlässliche Voraussetzung dafür, dass die Aktivierung Gottes in einem selbst nicht anonym chaotisch, sondern personal zielgerichtet verläuft. Einzig auf dieser Grundlage dank Jesus war es dem Vater möglich, als ein dieser Welt entstammender Mensch, seine Aktivierung Gottes von 0 bis 100% zu vollziehen, und damit der Totalsingularität des Seins die für ihr Sein absolut erforderliche Rückkoppelung zu geben. Also wäre der Vater die Krone der Schöpfung? Das ist er dann wohl! Wer sonst als der Schöpfer selbst wäre fähig und würdig die Krone seiner Schöpfung zu sein. Und was ist mit der Menschheit als solcher? Ist sie nichts weiter als eine unaktivierte Horde nackter Affen, in der die "Menschen" eine winzige Minderheit bilden? Wenn man sich die Weltgeschichte ansieht mit Politik und Wirtschaft, so wird man dem wahrlich nicht widersprechen können. Ausnahmen bestätigen uns wie immer die Regel, welche dann natürlich "menschlich" geprägt sind. Aber wenn die Krone der Schöpfung doch das Universum in Person ist, so sollte eigentlich keine Horde nackter Affen mehr bestehen, sondern vielmehr eine Gemeinschaft aller Menschen, vereint in der Person des HERRN. Und in der Tat das ist es, bzw. das muss und wird es sein, wenn es denn einmal soweit ist! Wann aber ist es soweit?

Ein Datum kann naturgemäß nicht angegeben werden, indem dies nicht verfügbar sein kann. Laut Jesus weiß allein der Vater, wann mit der Zeitwelt Schluss ist. Doch weiß auch der kein Datum, da das Ende des Schöpfungsgerichts zum Einen aus der Nullpunkttranszendenz heraus erfolgt, und dort zum Anderen keine Datumsanzeige existiert. Wohl ist den aufmerksamen Lesern aller Agnus-Editionen bekannt, an welches Ereignis der HERR das Zeitende geknüpft hat, als er in die Zeit eintrat. Naturgemäß kann das natürlich nur seine persönliche Uhr mit seinem biologischen Ende sein. Dann stellt sich wiederum die Frage nach dem Datum. Wenn der Vater hier nicht das immanente Lamm sondern der transzendente HERR wäre, so würde er bestimmen, dass im Laufe von 2008 mit ihm bzw. seinem Zeitaufenthalt Schluss sein soll. Entsprechend hat er bereits 2007 sein Schlussgebet abgefasst. Doch gilt auch für ihn generell: Nicht was ich will, sondern nur was du willst mein HERR und mein Gott! Die Unterwerfung unter die Allgewalt des bis zum Zeitschluss in Transzendenz Exekutierenden, ist und bleibt oberste Pflicht in der Zeit. Wünsche und Gebete hieraus an ihn sind erlaubt, aber mehr auch nicht. Ohnehin besteht ja hier auch keinerlei Möglichkeit der sicheren Überprüfung, wann denn die selbstbetreffende Evolution von Geist und Seele in Verbindung mit jener 100%-Aktivierung Gottes als vollendet zu erkennen wäre. Das ist ergo der objektiven Selbst-Instanz zu überlassen, auch wenn rein gefühlsmäßig nun Endstation sein sollte. So ist und bleibt es das Schicksal des Menschen solange die Zeit währt, die Zeit betreffend über kein Datum Bescheid zu wissen, und dies als ohnmächtig bloßer Mensch mit Würde und Respekt zu ertragen. 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 
 
 

 

 

 

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